Vor wenigen Wochen wollte sich die Lufthansa noch nicht zu diesem Thema äußern. Vieldagend hieß es: „Wir überlegen, ob unsere Gepäckbestimmungen gemäß den Marktgegebenheiten angepasst werden müssen, konkrete Pläne gibt es aber derzeit nicht.“ Jetzt aber zieht die Fluggesellschaft nach: Ab 1. Januar 2010 verlangt sie für das zweite Gepäckstück auf Nordamerika-Routen wie nach Kanada, Mexiko und in die USA eine Gebühr von 40 Euro bzw. 50 US-Dollar. Die neue Gebührenordnung gilt für Economy-Tickets. Ausgenommen sind Status-Mitglieder des „Miles & More“-Programms. Die neue Regelung gilt auch nicht, wenn der Start- und Zielflughafen außerhalb von Europa liegt.
Bis dato war es bei sogenannten Linienfluggesellschaften ein ungeschriebenes Gesetz, dass Koffer umsonst eingecheckt werden konnten. Damit die Kundschaft nicht übertreibt, gibt es festgesetzte Freimengen, die in der Economy-Class je nach Fluglinie zwischen 20 und 23 Kilo schwanken. Bei Fernstrecken nach Nordamerika, Lateinamerika und – je nach Flugunternehmen – ausgesuchten Routen nach Afrika und Asien galten bedeutend großzügigere Regeln. Angewendet wurde das sogenannte „Two piece“-Konzept: Das heißt, man darf zwei Gepäckstücke, die jeweils in Summe von Höhe, Breite und Länge 158 Zentimeter nicht überschreiten, mitnehmen. Das Gewicht ist bei der Lufthansa in der Holzklasse pro Gepäckstück auf 23 Kilo beschränkt, in der Business-Class sind es zehn Kilo mehr.
US-Airlines machten den Anfang
Aber angesichts der Wirtschaftskrise ist der Damm in Sachen Gebührenfreiheit beim Gepäck auch bei den Linienfluggesellschaften gebrochen. Auf der Suche nach weiteren Einsparungen bzw. neuen Einkommensquellen haben vor allem die US-Airlines bereits im Sommer begonnen, Gebühren für das zweite Gepäckstück auf internationalen Strecken zu erheben. Innerhalb der Vereinigten Staaten sind Gepäckgebühren schon seit einer Weile gang und gäbe. Den Beginn machten Delta und Northwest Airlines Anfang Juli. Schnell folgten US Airways und Continental im August. Im September zogen dann American Airlines und United Airlines nach. Begründet wird dieser Schritt immer mit der gleichen Antwort: „Das sind Sparmaßnahmen“, erklärt Timo Quinkhardt für Continental stellvertretend für die ganze Branche.
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Freitag, 27. November 2009
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